Hinweise für Eltern zum Vorgehen bei der Beantragung einer Schulbegleitung



Grundsätzlich sollte man die Einschulung für ein autistisches Kind bereits ein Jahr vor dem echten Einschulungstermin vorbereiten, um genügend Zeit zur Verfügung zu haben.

Es ist sehr wichtig, bereits vor Schulbeginn ein gutes Klima zwischen Eltern und Schule/Lehrern herzustellen. Schon vor der eigentlichen offiziellen Anmeldung.

Das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg und somit seine Schul- und Ober-Schulämter unterstützen und begrüßen diese Form der Hilfe für autistische Schüler.

Trotzdem hängt viel vom "good will" der Lehrer ab. Selbst wenn man das Recht auf Eingliederungshilfe hat, so hat man keinen Anspruch darauf, gerade in dieser Schule dieses Kind unter diesen Rahmenbedingungen unterrichten zu lassen. So ist es immer besser, wenn die Lehrer das Kind einigermaßen GERN unterrichten und unterstützen, damit die Maßnahme auch Erfolg hat.

Ein paar Tipps, die sich als nützlich erwiesen haben:

Man sollte die Lehrer "mit in sein Boot setzen".

Nichts verlangen, sondern sie um Unterstützung bitten.

Ihnen nicht als erstes Broschüren oder Bücher an Hand geben und erwarten, dass sie diese durcharbeiten, sondern das persönliche Gespräch suchen. Eine kurze Erklärung über Autismus geben und dann von den ganz persönlichen Problemen dieses speziellen Kindes erzählen. Mit anschaulichen Beispielen. Und auch von den Sorgen, die Eltern um ihre besonderen Kinder haben.

Ihnen aber auch erklären, dass diese Form der Unterstützung für dieses Kind sehr wichtig ist und es so eine gute Chance hat, später ein eigenverantwortliches, selbständiges Leben zu führen.

Solche Gespräche machen das Kind für die Lehrer zu einer Persönlichkeit, für die sie etwas empfinden können, durch reine Fachinformation bleibt das Kind mehr ein "steriles Etwas".

Wichtig ist auch, Verständnis für die Lehrer zu zeigen, denn darüber, dass sie keine leichte Aufgabe haben, sind wir uns ja alle klar.

Versuchen Sie, die Lehrer mit in die Verantwortung zu nehmen, indem eine Art Team gebildet wird, in dem die Lehrer ein wichtiger Teil sind, und sie sich persönlich auch über den Erfolg dieses (ihres) Schülers freuen und darauf stolz sein können.

Das Hauptproblem für Lehrer ist häufig, die Anwesenheit eines fremden Erwachsenen während des Unterrichts. Hier ist ganz klar darauf hinzuweisen, dass die Begleitperson nicht in den Unterricht eingreift und - als spezielle Unterstützung für dieses "schwierige Kind" - dem Lehrer Entlastung bringt.

Denn wir sind uns ja alle im Klaren, dass unsere Kinder auffällig sind und nicht unbedingt pflegeleicht und dass es schon für die Lehrer auch eine Mehrarbeit ist. Deshalb müssen wir sie motivieren, ihnen aufzeigen, dass es sich lohnt.

Und wenn man das Gefühl hat, an dieser Schule ist keine Chance, dann sollte man eine andere suchen. Lieber sollten Sie Ihr Kind ein Jahr zurückstellen, als es unter Druck einschulen zu lassen. (Deshalb sollte man auch so früh mit den Vorbereitungen und Gesprächen beginnen)

Aus persönlicher Erfahrung ist zu sagen: Mit der richtigen Hilfe kann selbst ein "hochgradig verhaltensauffälliges Kind" eine gute Schulzeit haben und sich in einen unauffälligen, angenehmen und gern gesehenen Schüler "verwandeln".

Hannelore Gerner


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letztes Update: 05.01.2005

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