Mark Haddon


"Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone"

Roman

Verlag: Blessing

ISBN-Nr. 3-89667-228-2

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Mark Haddon beweist tiefe Einblicke in die autistische Seele ... sehr bewegend, sehr glaubwürdig - und sehr witzig.

Oliver Saks


"Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone" öffnen die verschlossene Tür zu einer "anderen" Daseinsform.
Christopher Boone ist 15 Jahre, drei Monate und zwei Tage alt, und wenn er wissen will, wie andere Menschen sich fühlen, dann muss er sich einen Zettel mit Smiley-Darstellungen ins Gedächtnis rufen, den ihm eine Lehrerin einst zusteckte. Heruntergezogene Mundwinkel - sein Gegenüber ist traurig. Hochgezogene Mundwinkel - sein Gegenüber freut sich. Christopher Boone ist Asperger-Autist, und das macht das Leben bisweilen unübersichtlich.

"Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone" ist der erste Roman des englischen Drehbuchschreibers und Kinderbuchautors Mark Haddon, und man muss sagen: Der Mann hat sich kein leichtes Thema ausgesucht. Seine Hauptfigur gehört zu jener kleinen Gruppe von Autisten, die auf den ersten Blick funktionieren wie jeder andere Mensch auch. Erst auf den zweiten offenbaren sich ihre Defizite: die Unfähigkeit, Gesichter zu deuten; der Zwang zu stereotypen Handlungen; die Angst vor unbekannten Situationen; das zähe Festhalten an einem einmal eingeübten Ritual.

Haddon hält sich klugerweise nicht damit auf, die Weltsicht eines Autisten erklären zu wollen. Er lässt Christopher Boone selber zu Wort kommen. Er lässt ihn erzählen von jenem schrecklichen Tag, als er den Hund der Nachbarin tot im Garten fand und beschloss, Detektiv zu werden. Von den unverständlichen Wutanfällen des Vaters, der wenig hält von dieser Idee. Von den Angst machenden Begegnungen mit den Nachbarn, von verwirrenden Schulbesuchen und schließlich von jener Fahrt nach London, die Christophers ganzes Leben verändern soll.

Mehr und mehr wird der Leser hineingezogen in die Gedanken des Alleine-Menschen, der anders tickt und dennoch klarkommen muss in einer Gesellschaft, die ihm so fremd ist wie uns Herdenmenschen das Gemeinwesen der Feuerameisen. Wir begreifen, wie laut eine Welt sein kann, die ungefiltert einen wehrlosen Geist überschwemmt. Wie Schrecken erregend das Einfahren eines Zuges in einen U-BahnSchacht ist. Wie unangenehm es ist, wenn die Speisen auf dem Teller einander berühren und damit "unessbar" werden. Meisterhaft schildert Haddon die Ängste und Winkelzüge seines autistischen Protagonisten, ohne dabei jemals in Gefahr des Voyeurismus zu geraten. Doch er vergisst auch die "Gegenseite nicht. Gefiltert durch die Wahrnehmung Christophers erfahren wir etwas über die Probleme des Zusammenlebens mit einem Autisten. Die Mutter hat vor den Schwierigkeiten kapituliert, schon vor Jahren hat sie die Familie verlassen. Auch der Vater, obwohl wesentlich geduldiger, ist häufig überfordert mit dem Betragen seines sonderbaren Sohnes.

Mark Haddons Debüt als Romancier ist sicher keine Lektüre für jedermann. Aber das hervorragend geschriebene, witzige Buch ermöglicht dem Leser den Zugang zu einer verschlossenen Welt.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger


Das "etwas andere" Autismus-Buch.

Bücher über Autismus gibt es viele.
Dies ist kein Buch "über" Autismus sondern "mit" Autismus.
Noch nie wurde die Gedankenwelt und das Erleben eines Jugendlichen mit Asperger-Syndrom so anschaulich.

Christopher ist hochintelligent und dennoch auf einer Sonderschule.
Er versteht die kompliziertesten mathematischen und physikalischen Gesetze, nicht jedoch die Gesetze des miteinander Lebens.

Mark Haddon lässt seinen Christopher erzählen. Einfach so.
Und das in einer wirklich spannenden, originellen und witzigen Art.

Wer wissen möchte, wie autistische Kinder denken ... hier kann man sich einfühlen und nacherleben.

Hannelore Gerner

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letztes Update: 05.01.2005

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