Vera Bernard-Opitz, Günter Blesch, Karin Holz


Sprachlos muß keiner bleiben

Lambertus-Verlag
ISBN-Nr.ISBN: 3-78410-403-7

Einblicke in alternative Kommunikationshilfen zur Förderung der nichtverbalen Kommunikation

Dr. Vera Bernard-Opitz (Assoc. Prof., NUS) hat als Klinische Psychologin und Verhaltenstherapeutin in Deutschland, Singapore und Kalifornien mit merh als 1000 autistischen Kindern gearbeitet. Sie hat zahlreiche internationale Veröffentlichungen zum Autismus geschrieben und ist Herausgeberin einer amerikanischen Autismus-Zeitschrift.


In den USA und Großbritannien gibt es seit Anfang der 70er Jahre eine Vielzahl von Veröffentlichungen über nichtverbale Kommunikation. Handzeichen, Bilder, Wortkarten und andere Symbolsysteme haben sich sowohl theoretisch als auch in der praktischen Arbeit mit geistig Behinderten und Autisten bewährt und durchgesetzt.

Demgegenüber sind in der Bundesrepublik Deutschland Alternativen zur verbalen Sprache für die obige Population wenig bekannt. So bleiben hier ca. 20 % der geistig Behinderten und die Hälfte der Autisten ohne differenzierte Kommunikationsmöglichkeit. Veröffentlichungen aus dem deutschsprachigen Raum sind derzeit eine Seltenheit. Ein verbindliches Gebärdensystem besteht bisher nicht. Mit Ausnahme der Handzeichenangebote für hörgeschädigte geistig Behinderte in der Haslachmühle (Blickle 1971, 1985) gab es bis Anfang der 80er Jahre keine spezifischen Kommunikationshilfen für geistig Behinderte ohne verbale Sprache.

Seit Beginn der 80er Jahre betonen Eltern und Fachkräfte zunehmend mehr die Notwendigkeit angemessener Kommunikationshilfen. So wurden z. T. Handzeichensysteme übersetzt (z. B. von Speth [1982] aus dem Holländischen), mit abstrakten Symbolen (z. B. dem Bliss-System) experimentiert und unsystematische Versuche mit selbst entwickelten Gebärden, Fingeralphabet, Wortkarten u. ä. durchgeführt. Oft scheitern die Bemühungen an den fehlenden Voraussetzungen der Behinderten, der Inadäquatheit des gewählten Kommunikationssystems, der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Mitarbeiter oder dem unzureichenden methodischen "Know how" der Therapeuten.

Mehrjährige Erfahrungen mit geistig und autistisch Behinderten am Los Ninos-Center San Diego und dem Department for Speech and Hearing Disorders der University of California Santa Barbara haben den Grundstein für die vorliegende Arbeit gelegt. Seit 1981 erhalten behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Johannes-Anstalten Mosbach eine strukturierte Einzeltherapie, deren Schwerpunkt die Entwicklung von Kommunikationsmöglichkeiten ist. In dem sogenannten "Kommunikationsförderbereich" (KFB) werden hier neben verbaler Sprache Handzeichen, Bilder und Wortkarten als Kommunikationshilfe angeboten.

Die Erfolge der bisherigen Arbeit sind ermutigend: Auch schwer geistig Behinderte und extrem Verhaltensauffällige haben z. T. differenzierte Kommunikation gelernt. Oft ging die verbesserte Fähigkeit, sich auszudrücken, einher mit einem Rückgang an Verhaltensauffälligkeiten. Eltern und Fachkräfte aus Tagesstätten, Ambulanzen, Sonderschulen und Rehabilitationseinrichtungen haben sich durch Hospitationen, Veröffentlichungen und Vorträge über unsere Arbeit informiert. Sie haben den Anstoß zu dieser Zusammenfassung gegeben.

Das vorliegende Buch hat das Ziel, allen an der Erziehung von autistischen und geistig Behinderten Beteiligten und Interessierten (Eltern, Psychologen, Pädagogen, Erziehern und Studenten) einen theoretischen Einblick in alternative Kommunikationshilfen zu geben sowie konkrete Schritte zur Entwicklung von Handzeichen aufzuzeigen.

Die dargestellten Handzeichen wurden unter dem Aspekt der Fähigkeiten und Interessen von geistig Behinderten und Autisten ausgewählt. Hierbei wurden die in Deutschland verbreitetsten Handzeichensysteme von Starcke und Maisch (1977) bzw. Maisch und Wisch (1987), die einen Großteil international gebräuchlicher Gebärden enthalten, sowie das von Blickle (1971, 1985) zugrunde gelegt.

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letztes Update: 05.01.2005

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